das bad 2.2010

Das Bad | 2.2010

Alles passt zusammen in diesem stimmigen Designkonzept, modern, individuell und anspruchsvoll. Die Handschrift des Architekten zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Haus, die klare Design- und Formsprache lässt jeden Raum anders erscheinen und vermittelt trotzdem Ruhe und Geborgenheit.

Design in der Architektur eine Jugendstilvilla

Man schreibt das Jahr 1900, Jahrhundertwende: Das 20. Jahrhundert beginnt. In Paris ist Weltausstellung und revolutionäre Erfindungen wie der Dieselmotor, der Tonfilm und die Rolltreppe werden präsentiert. Die Metro in Paris wird eröffnet, in Deutschland bzw. dem damaligen Deutschen Reich treten das erste Deutsche Bürgerliche Gesetzbuch sowie das Handelsgesetzbuch in Kraft. Just in diesem Jahr wird in Leipzig eine grosszügige Jugendstilvilla gebaut. Im Laufe der Jahre wechseln Besitzer und Verwendungszweck, bis im Jahre 2009 eine Großfamilie das Anwesen erwirbt.

Nun gilt es die Villa zu sanieren, auf mehreren Wohnebenen entstehen insgesamt 800 Quadratmeter Wohnfläche, die sich zwei Familien mit insgesamt vier Kindern teilen. Die Wohnräume sollen so gestaltet sein, dass das Lebensgefühl einer Großfamilie optisch und haptisch erfahrbar wird. Es sind nicht allein die edlen kostbaren Materialien, welche die Villa so besonders machen, wenngleich die Möbel aus Makassar und Palisander oder der mit Blattgold beschlagene Deckenspiegel, um nur einige Beispiele zu nennen, wahrhaft majestätisch anmuten. Es ist auch die Zusammenarbeit mit Künstlern und Tischlern, die das stilvolle und individuelle Ambiente der Villa möglich machte. So entstanden einfache Handskizzen, feine Gravuren an den Duschabtrennungen und vieles mehr. In dieser Ausgabe möchte ich die beiden Hauptbäder vorstellen, die für jede Familie unterschiedlich gestaltet wurden. Der Architektenauftrag erstreckte sich über die komplette Sanierung des Hauses, die Neuaufteilung und Umstrukturierung der Räume, teilweise die individuelle Innenausstattung der einzelnen Räume auf modernstem Niveau sowie die Sanierung der Holzkonstruktionen, Türen und Fenster.

Vom Architekten selbst entworfen sind zudem ausgewählte Möbel sowie einige handgefertigte Leuchten, die eine Lichtkomposition zum Strahlen bringt, die jeden Betrachter in eine Fantasiewelt verführt.

In der kommenden Ausgabe der neuen Publikation „inspiration DESIGN!“ (Dezember 2010 im Handel) werden wir dann genauer auf das Gesamtobjekt, insbesondere auf die außergewöhnlichenvom Architekten entworfenen Lampen eingehen.

In dem 20 m2 großen Bad im Erdgeschoss finden die Bereiche Waschen, Duschen, WC und Baden ihren grosszügig bemessenen Platz. Das große Zwei-Personen-Waschbecken thront auf einem Waschtisch aus Palisanderholz. Das Holz wurde an der Stirnseite der Wand weiter fortgeführt und umschließt die beiden Einhebel-Wandarmaturen. Vor dem darüber angebrachten maßgefertigten Spiegel hängen individuell gestaltete Deckenlampen. An der rechten Seite des Waschtischs sind nützliche Ausstattungsdetails wie Stromstecker und Papierhalter raffiniert untergebracht.

Die Chrom-Armaturen wie Regenkopfbrause, Waschtischarmaturen, Schlauchbrause und die filigrane freistehende Armatur hinter der Wanne sowie die vier Stäbe des Warmwasserheizkörpers, der auch als Handtuchtrockner genutzt werden kann, wurden sorgfältig aufeinander abgestimmt. Der absolute Mittelpunkt im Raum ist die freistehende Wanne, mit der vom Architekten entworfenen einzigartigen Lampe, die direkt über der Wanne positioniert wurde. An der Außenseite des Duschplatzes wurde die Wand mit mattschwarz glasierten Feinsteinzeugfliesen belegt, was die exquisite Note des Raumes noch unterstreicht.

(Text: Jürgen Brandenburger)