architekturpreis leipzig 2009

Architekturpreis der Stadt Leipzig zur Förderung der Baukultur 2009

Lobende Erwähnung

Objekt: Würze in der Mühle - Gewürzmühle Leipzig, 2008

Ort: Leipzig Lindenau

Architekt: die kollegen, Architekt Mario Hein BDA + Dipl.-Ing. f. Arch. Christoph Spielvogel, Leipzig

Bauherr: privat

Projketbeteiligte: Architektin Katja Czogalla + Dipl.-Ing. Thomas Müller

Das Wohnen in der ehemaligen Gewürzmühle in Leipzig-Lindenau stellt sicher eine besondere Form von Behausung in einer Großstadt wie Leipzig dar. Im Zusammenhang mit weiteren baulichen Strukturen in direkter Nachbarschaft und eingebettet in einen idyllischen Landschaftsraum, wurde die unter Denkmalschutz stehende Gewürzmühle als Wohnhaus für eine junge Familie mit hohem Engagement auf Bauherren- und Architektenseite umgenutzt und weitergebaut. Bilder des Bestandes vor den Baumaßnahmen dokumentieren die Bewahrung der strukturellen und qualitativen Reste des Vorhandenen und den hohen Grad an Abstimmung mit der Denkmalpflege im Zuge der Sanierung und der Fortentwicklungen besonderen Bautypus Gewürzmühle zu Wohnzwecken. Die vorhandene Bausubstanz wurde nach gründlicher Analyse saniert, ergänzt und weiterentwickelt, ohne den Habitus des altenHauses zu vergessen. Entfernungen im Innenraum der Wohnebene im Erdgeschoss berücksichtigen die alte Hallenstruktur und zeigen auch heute noch das räumliche Korsett der Mühle. Neben notwendigen Einbauten für den Zugangsbereich und einige Nebenbereiche beinhaltet das Erdgeschoss lediglich eine grandiose Wohnhalle mit Einbauküche, die im Zusammenhang mit dem direkten Ausgang auf eine großzügige Terrasse für Bewohner und Besucher den Geist der besonderen Substanz und die Qualität der Umnutzung am deutlichsten erfahrbar macht.

Neben der Notwendigkeit der Schaffung weiterer Räumlichkeiten zum Wohnen wurde die sichtbare bauliche Ergänzung der Gewürzmühle im Obergeschoss im besten Sinne als Weiterbauen im Bestand betrachtet und umgesetzt. Einer im Inneren sichtbaren Betonstruktur, die auch aus energetischen Gründerinnen einfachen, jedoch effizienten Speicher und Puffer darstellt, wurde als Hülle eine hinterlüftete Cortenstahlfassade vorgehängt, die zum einen auf interessante Art und Weise mit der vorhandenen Ziegelstruktur harmoniert, zum anderen aber auch bewussten eigenständigen Beitrag der Weiterentwicklungg am Bautypus der Gewürzmühle zeigt. Im Detail wurde an jeder Ecke des Hausest viel Sorgfalt gearbeitet, ohne den Blick für das Gesamte zu verlieren. Für die Gestaltung der Freianlagen um das WohnensembleGewürzmühle bestehen Augenscheinlich noch Potenziale, welche die Harmonie der Wohnbauten und der vorhandenen ursprünglichen Landschaft noch besser zur Geltung bringen könnten.

(Text: Katalog zum Architekturpreis der Stadt Leipzig 2009, herausgegeben von der Stadt Leipzig, Dezernat Stadtentwicklung und Bau, Stadtplanungsamt, Geschäftsstelle Architekturpreis)